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Hilft das neue All in One Programm

auch einem sportfaulen Bürohengst?

Das AIO Tagebuch

Patient Null

Geschlecht: männlich
Alter: 44 Jahre
Größe: 183 cm
Gewicht: 102kg
Beruf: Reisender Berater / Homeoffice-Berater

Körperliche Einschränkungen: Übergewicht, zervikale Spinalkanalstenose, Gicht
Geheime Superkraft: Unsportlichkeit

Das (nicht ganz so ernste) AIO Tagebuch eines Sportmuffels

 

 

Dienstag, 01. Juni 2021

 

Epilog

 

…So eine Scheiße!

Es ist Frühjahr 2019 und mir ist gerade meine Kaffeetasse auf dem Fußboden zerschellt. Seit Tagen ist mein Rücken arg verspannt, die Nackenmuskulatur knochenhart, die Finger morgens geschwollen, wie Gewürzgurken und ich brauche ein paar Stunden, um in die Runden zu kommen. Unausgeschlafenheit ist ein Dauerzustand, da ich auch nachts von den Schmerzen wach werde. 

Aber der stechende Schmerz im Unterarm, beim Anheben der Kaffeetasse, ist neu und kommt völlig unerwartet. Das bereitet mir dementsprechend schon Sorgen. Also beginnt eine langwierige Odyssee von Arzt zu Arzt, Rheumatologen, Orthopäden, Röntgenärzten, Heilpraktikerscharlatanen, Physio- und Schmerztherapeuten. Jede Menge Medikamente, bis zu Opiaten, die mir förmlich hinterhergeworfen werden, ich aber aus Abneigung zu Pharmazeutika nicht nehme. Eine finale Diagnose gibt es ein halbes Jahr später immer noch nicht. Bis auf Gicht, da ich offenbar die Harnsäure nicht schnell genug abbaue, findet man vorerst nichts. Und die Gicht ist auch nicht für die Schmerzen verantwortlich. Erst ein MRT im UKB schafft Klarheit. 

Ich habe eine angeborene Spinalkanalstenose. Der Spinalkanal im Halswirbel ist also schon von vornherein zu eng und die jahrelange Computertätigkeit mit unnatürlicher Körperhaltung sorgt für ein Bandscheiben-Bulging zwischen dem 3. und 4. Halswirbel. Die Nervenreizungen, die dadurch verursacht werden, sind inzwischen chronisch geworden. Sehr erfreuliche Diagnose für die Chirurgen im UKB, die natürlich sofort mit OP um die Ecke kommen. Alternative Behandlungsmöglichkeiten? Fehlanzeige. Auch die Krankenkasse bläst sofort ins gleiche Horn und signalisiert, dass alles, was ich abseits der Standardbehandlungen wünsche, aus eigener Tasche zu bezahlen ist. Schaue ich mir die Problemfälle in der Großfamilie an, die schon Eingriffe an Wirbelsäule und Stützapparat hatten, kommt eine OP so weit oben an der HWS einfach nicht in Frage. Was also tun?

Wie es der Zufall so will, lerne ich durch einen lieben Freund den Osteopathen Daniel Katsch kennen. Seine erste Diagnose: „Also als erstes müssen wir uns um die Fehlhaltung Deiner Hüfte kümmern.“ – Wie bitte? Ich habe Schmerzen im Schulter-Nacken-Arm-Bereich und er will an meiner Hüfte rumwerkeln? Ich habe die Befürchtung, schon wieder an einen Quacksalber geraten zu sein, als die ersten Wirbel und Gelenke knacken. Die Nacht nach dieser Behandlung ist die erste, die ich seit mehr als 12 Monaten komplett durchschlafe. Von diesem Tag an ist Daniel mein Ritter in weißer Rüstung.

„Halbherzig erledigt, ist doppelte Arbeit!“ sagte meine Oma immer.

Das AIO Tagebuch

Wer rastet, der rostet

Ich fühle mich so leicht und beschwingt. Nach der dritten Behandlung bin ich nahezu beschwerdefrei. Somit kann ich mich endlich wieder ins Berufsleben stürzen und den Raubbau an meinem Körper weiter betreiben. 10-12 Stunden am Rechner, literweise Kaffee, ungesundes, schnelles, unregelmäßiges Essen, aber eben vorerst schmerzfrei. Da der Schmerz verflogen ist, lasse ich als fauler Schweinehund natürlich auch die Übungen sein, die meinen Rücken und die Wirbel entlasten und lockern sollen. Dass sich dies schnell wieder rächen würde, verdränge ich natürlich, schließlich musste ich arbeitstechnisch viel nachholen. Und logischer Weise kam es genau so, wie es kommen musste. Die Beschwerden kamen mit großer Wucht zurück und gerierten sich noch schlimmer, als beim ersten Mal. 

„Halbherzig erledigt, ist doppelte Arbeit.“ Den Spruch meiner Oma sollte ich mir mehr verinnerlichen. Möchte ich weiterhin den aktuellen Lebenswandel folgen und mir einfach alle paar Wochen die Fehlhaltungen und Blockaden von Daniel entfernen lassen? Das kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Also muss wohl ein Lebenswandel her. Somit ist eine schonungslose Reflexion Pflicht. Was stört mich an mir? Wie bekomme ich ein gesundes Körpergefühl zurück? Welche Sorgen und Ängste belasten unterbewusst meinen Bewegungs- und Stützapparat? Es müssen Pfunde runter, die verkümmerte Rückenmuskulatur muss wieder aufgebaut, langjährige Haltungsschäden dauerhaft korrigiert werden.

Ein guter Vorsatz, den ich nach Erkenntnis erst einmal wieder in der Schublade verstaue, da das nach Schweiß, Tränen und Ausdauer klingt. Habe ich dafür Zeit? Schaff ich das allein? 

Welch ein Pech für meinen inneren Schweinehund, dass Daniel – inzwischen ein sehr guter und enger Freund – sein All in One Programm startet und mich schon zu Beginn der Idee damit überfällt, dass ich doch das geeignetste Versuchskaninchen sei. Erstens, um sein Können unter Beweis zu stellen und zweitens, um durch meine geschilderten Erfahrungen andere Betroffene zu motivieren, den Schritt zu wagen. Und ganz ehrlich, er muss schon sehr von seinem Wissen und Können überzeugt sein, wenn er sich gerade mich faulen Hund als seinen „Patienten Null“ auserkoren hat.

Über die nächsten Wochen und Monate wird sich zeigen, ob ich unter seiner Anleitung schaffe, meinen Körper, meinen Geist und meine Seele wieder in ein Gleichgewicht zu bringen, welches sich in einem gesunden Maße bewegt. Schaffe ich es, meine Lebens- und Essgewohnheiten umzustellen und wieder tiefer in meinen Körper und meine Seele zu horchen und auf die Signale adäquat zu reagieren?

Ich wünsche es mir von tiefstem Herzen. Vielleicht möchtest Du mich ja lesenderweise auf diesem Weg begleiten? Demnächst also ein Tagebuch eines Sportmuffels und Körperlegasthenikers über das neuartige ganzheitliche Programm von Daniel Katsch zur Stärkung von Körper, Geist und Seele.

Bleibt mir gewogen.

Herzlichst 

Patient Null

 

 

 

 

Sonntag, 06. Juni 2021

Coactus feci – ich tat es unter Zwang!

Ein ausführliches Gartenwochenende liegt hinter mir. Ich musste 1,5 rm Holz in kleine Scheite für meinen Lehmofen hacken, diverse Pflanzen brauchten Aufmerksamkeit und ich habe begonnen, den Zwinger für die Hasen meiner Tochter zu bauen. Also genügend Kalorienverlust bei 32°C. Da mich morgen in aller unchristlichen Herrgottsfrühe meine erste All in One Session mit Daniel erwartet, werde ich wohl besser wider meiner Gewohnheiten weit vor Mitternacht ins Bett gehen. Möchte dem Meister ja nicht gleich am ersten Tag unausgeschlafen gegenübertreten. Dabei durchforste ich nach einem Tag gern noch ein, zwei Stunden die Nachrichten aus aller Welt. Werde ich wohl drauf verzichten müssen. So ein Kram! Neben der ganzen körperlichen Arbeit auch noch alltägliche, liebgewonnene Gewohnheiten ändern. Fängt ja gut an!

Coactus feci

Wozu habe ich mich da nur von Daniel überreden lassen? Wieso musste er, beim Reifen der Idee, seine Follower schon so frühzeitig per Video informieren? So gibt es für mich wohl kein Zurück mehr aus der Misere. Ich möchte schon vorab klarstellen, ich tat es unter Zwanng!

 

 

Sonntag, 13. Juni 2021

Japanischer Schrott

 

Meine Fresse. 

Eine Woche ist um und sie hielt viel für mich parat. Noch mehr Schmerz, als es mein Körper ohnehin gewohnt ist, lang vergessene und nun schreiend aktivierte Muskelgruppen, eine Menge Erniedrigung, wenn man sich das Level meiner (älteren) Trainingspartner anschaut, die sich gegenseitig noch mit aberwitzigen Gewichten übertrumpfen und hochschaukeln, während ich daneben völlig abkacke und immer wieder der Gedanke “Warum machst Du diesen Scheiß eigentlich?”.

So langsam habe ich das Gefühl, der Katsch beherrscht sein osteopathisches Handwerk gar nicht so gut, sondern versucht jetzt mit noch größeren, zahlreicheren und all umfassenden Schmerzen einfach meine chronischen Schmerzen zu übertünchen. Klappt offensichtlich recht gut, denn inzwischen spüre ich überall Schmerz. In Brust, Po, Oberarmen, Waden und Oberschenkeln, quatsch, ich glaube mein ganzer Körper schmerzt weit mehr, als Rücken und Nacken. Somit protestieren meine nervigen Lebensbegleiter seit Anfang der Woche nur noch im Hintergrund. Der Rest des Körpers brüllt dominant. Und das soll gesund sein?

Ich weiß aktuell wieder, warum aus mir nie ein Masochist werden könnte, dafür bin ich viel zu wehleidig. Mit jedem Aufstehen, Hinsetzen, Bücken, Treppensteigen stöhne und fluche ich, wie ein Rohrspatz. Nach einer Woche Training, welches mich ja wieder in Richtung Normalität und Selbstakzeptanz bringen soll, fühle ich mich Freitag Abend wie ein alter Mann.

Was ich jedoch diese Woche am bemerkenswertesten fand, ist meine getrübte Wahrnehmung gegenüber meines Gefährts. So fragte ich Mitte der Woche den Mechaniker meines Vertrauens, ob er sich denn Servolenkung und Bremspedal mal anschauen könne. Auf die Frage, wieso antwortete ich: “Ich glaube die sind kaputt. Sowohl Lenkung als auch Bremsen kostet wesentlich mehr Anstrengung als sonst. Da ziehen ja förmlich Schmerzen in alle beanspruchten Muskelgruppen.” Doch scheinbar ist laut Autowerkstatt alles völlig in Ordnung. Der hat doch keine Ahnung! Ich denke, Schuld ist der japanische Autoschrott, eine andere Erklärung habe ich nicht…

Nachtrag: Heut am Sonntag Abend hat mein Körper hat sich weitgehend regeneriert. Und morgen geht der ganze Mist von vorne los. Ich freue mich! Ehrlich! Aufrichtig!*

*Diese Werbung wurde finanziert von Daniel Katsch – Ihr Osteopath mit Herz und Peitsche

Donnerstag, 22. Juli 2021

Muskelkatersucht

Lange ist es ruhig hier geblieben. Das Training schreitet voran, die Schmerzen sind wesentlich erträglicher und nun bin ich zwei Wochen im Harz im wohlverdienten Urlaub. Mitten im Nirgendwo, fern der Zivilisation ohne Nachrichten, Blockwarte, Masken und Inzidenzen. Man kann förmlich spüren, wie die Sinne aufatmen. Keine dauerhaften Stressreize, frische Luft mit Waldgeruch, reife zuckersüße Waldhimbeeren und -erdbeeren, Forellen angeln, lesen, wandern, Längen- und Höhenmeter absolvieren. Es tut gut, sich mal wieder weit auf des Schusters Rappen fortzubewegen.

Auf meine Frage an Daniel, was ich denn die zwei Wochen ohne unseren eingeschworenen Sportclub machen solle, bekam ich von Daniel prompt Programme zum Trainieren ohne Geräte. So weit so gut. Diese ziehe ich natürlich auch ernsthaft durch und trainiere so gut es geht weiter. Der Fortschritt ist schon bemerkbar, wenn man plötzlich wieder ohne Mühe dreißig Liegestütze bewältigt und danach gleich noch die Bauchmuskeln trainiert, ohne dass man innerlich protestiert. Aber das Körpergefühl ist doch ein anderes, wenn man nur mit dem eigenen Körpergewicht arbeitet und keine Geräte nutzen kann.

Vorgestern jedoch hatten wir das Städtchen Ilstein auf dem Programm. Vier Harzer Wanderstempel waren zu erobern. Was auf der Karte so unscheinbar aussah, entpuppte sich als 17-km-Kraftpaket mit 250 zu überwältigenden Höhenmetern. Tolle Aussichten, phänomenale, lange nicht mehr betretene Pfade offenbarten sich uns, jedoch auch eine ganz schöne Herausforderung für Kondition und Waden. Dementsprechend fertig waren wir abends auch, dementsprechend schnell schliefen wir ein. Und dann gestern – oh Wunder – erwache ich, und schlendere mit meinem Pott Kaffee zum Ufer der Bode und stelle bei den fünf zu überwindenden Treppenstufen fest, dass sich ein bekanntes Gefühl in die Waden geschlichen hat, das untrügliche Indiz, dass man sich sportlich genügend betätigt hat. Ein Grinsen zieht über mein Gesicht. Endlich wieder Muskelkater.

Cessante causa cessat effectus – entfällt die Ursache, entfällt auch die Wirkung.

Meine Abneigung gegen (durch Sport verursachte) Schmerzen lag wohl an den ohnehin täglich vorhanden Schmerzen. Die waren mir genug. Jetzt, wo mein Körper das Gefühl für sich selbst immer mehr zurückgewinnt, die „alten“ Schmerzen immer mehr verblassen und sich auch das Schmerzgedächtnis stetig mehr mit neuen Impulsen überschreibt, fehlt mir unbewusst ein gewisser Schmerz. Umso dankbarer empfange ich den Muskelkater in den Waden.

Kann Muskelkater süchtig machen? Ich finde schon. Und so langsam liebe ich diese Droge wieder.